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Israel: Ein weiterer Krieg – und jetzt?

Beachten Sie bitte den Haftungsausschluss und Hinweise am Ende dieses Beitrags!

Im nahen Ost herrscht – mal wieder – Krieg. Welche Auswirkungen dies auf Ihre Geldanlagen haben kann und wie man sich in dieser Zeit richtig positioniert, soll hier diskutiert werden.


Die Ausgangssituation

Die Hamas hat Israel angegriffen, daraufhin erfolgte faktisch eine Kriegserklärung durch Israel. Man muss wohl die genauen politischen und religiösen Verflechtungen studiert haben, um die genauen Interessen der involvierten Parteien zu durchschauen. Iran wiederum unterstützt die Hamas, das traditionell ohnehin wenig Gunst in der westlichen Politik genießt, ganz im Gegensatz zu Israel. Persönlich kann ich mir nur schwer das Ausmaß der Gewalt und der unsäglichen Verbrechen vorstellen, mit welchen die Menschen vor Ort aktuell konfrontiert sind.


Welche unmittelbaren Auswirkungen hat der Krieg?

Traditionell ist Krieg für die Börse kein riesiges Problem. Kriegswirtschaft ist äußerst effizient, die Rüstungsindustrie feiert Hochkonjunktur und der nach einem Krieg stattfindende Wiederaufbau lässt häufig Goldgräberstimmung aufkommen. Die westlichen Börsen reagieren kurz nach Handelsstart mit einem moderaten Verlust von ca. -0,90% im DAX ähnlichen Schwankungen im S&P500-Future. Die asiatischen Börsen reagierten sogar positiv. Dieses gegensätzliche Bild steht sinnbildlich dafür, dass die Börse die unmittelbaren Folgen für überschaubar erachtet. Israel als Land ist wirtschaftlich global betrachtet eher unbedeutend, was dies teilweise erklärt. Es gibt jedoch gewisse Parallelen zum Ausbruch des Russland-Ukraine-Kriegs: in erster Linie sind es Rohstoffe, die positiv notieren:

So legte der Goldpreis um über 1% zu, der Ölpreis in der Spitze sogar fast 5%. Aufgrund der aktuell ohnehin bestehenden Tendenzen sind alle beschriebenen Bewegungen aber eher ein Brandbeschleuniger, als dass sich neue Markttendenzen gebildet hätten. Die Börsen in Nahost reagierten naturgemäß deutlich negativer, hier sind teilweise recht deutliche Kursverluste von über 7% zu verzeichnen.

Aus meiner Sicht ist hier zunächst vor allem Ruhe geboten. Vorschnelle Entscheidungen könnten sonst teuer bezahlt werden.


Welche mittelbaren Auswirkungen hat der Krieg?

Wie bereits beschrieben werden meines Erachtens nur bestehende Tendenzen am Markt verstärkt. Der zuletzt bereits starke Ölpreis wurde zusätzlich angetrieben. Hier besteht das Risiko eines inflationstreibenden Effektes, den der Ölpreis bereits in der Vergangenheit immer wieder gezeigt hat. Steigende Ölpreise sind schlecht für große Teile der Wirtschaft, für den Öl- und Energiesektor beispielsweise jedoch eine willkommener Gewinntreiber.

Die größte Gefahr für den Markt sehe ich in einem speziell durch den Ölpreis getriebenen Wiederanstieg der Inflation, der Wiederum die Zentralbank in einem Festhalten am Kurs weiterer Zinsanhebungen bestärken könnte. Die damit einhergehende Liquiditätsverknappung könnte der ohnehin angeschlagenen Wirtschaft einen weiteren Schlag versetzen, Unternehmensgewinne drücken und auch zu weiteren Insolvenzen führen. Wie nachhaltig der Anstieg der Ölpreise ist, wird sich zeigen, aber ich halte die Wahrscheinlichkeit eines weiteren Anstiegs für zu groß, als ich diesen ignorieren könnte.

Außerdem steigt mit dem Aufkommen eines solchen Konflikts – insbesondere wenn man sich die westliche Positionierung diesbezüglich ansieht – häufig auch die Gefahr von Terroranschlägen, auch in westlichen Ländern. Diese können die Börse in Unruhe versetzen, wie die Anschläge von 2001 gezeigt haben.

Eine zusätzliche Herausforderung könnten zurückgestellte Forschungen und technische Entwicklungen sein. Israel – neben hohen Militärausgaben – gibt weltweit den größten Anteil des eigenen Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aus. Das sind Ganze 5,6% des BIPs, wenn auch ausgehend von einem in Summe deutlich geringeren BIP. Zum Vergleich: in Deutschland liegt diese Quote bei 3,1%.

Quelle: Hrsg.: Statista, Ausgaben für Forschung und Entwicklung in Prozent des BIP in ausgewählten Länder im Jahr 2021, online unter https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158150/umfrage/ausgaben-fuer-forschung-und-entwicklung-2008/#:~:text=Im%20Jahr%202021%20beliefen%20sich,des%20dortigen%20Bruttoinlandprodukts%20(BIP), abgerufen am 09.10.2023


Aktuell befinden sich die Märkte seit einigen Wochen in einer Korrektur. Aus meiner Sicht werden hier, sollte es weiter abwärts gehen, sehr zeitnah entscheidende Marken und Unterstützungen angelaufen. Wenn diese halten, sehe ich eine deutlich höhere Wahrscheinlichkeit für einen entsprechenden Anstieg der Börsenkurse und die langersehnte Jahresendrallye. Auch das Anlaufen neuer Allzeithochs in vielen Märkten halte ich spätestens für den Verlauf von 2024 für wahrscheinlich. Ein Reißen der Marken, insbesondere im breiten Markt sowie dem häufig vorauslaufenden Transportsektor, wäre ein großes Warnsignal für eine weitere, größere Abwärtswelle an den Märkten. Die Wahrscheinlichkeit hierfür halte ich für weitaus geringer als die Aufnahme eines neuen Aufwärtstrends nach der jüngsten Korrektur.

Fazit

Der „neue“ Krieg hat nur sehr überschaubare unmittelbare Auswirkungen auf Weltwirtschaft und Finanzmärkte. Es dürfte wenige Anleger geben, die direkt in Nahost investiert sind. Sollte das der Fall sein, sollten hier Chancen und Risiken neu bewertet und ggf. die Reißleine gezogen werden. Für alle anderen Anlagen sind keine unmittelbaren Verwerfungen zu erwarten. Wichtig wird jedoch in den nächsten Wochen und Monaten sein, die mittelbaren Folgen, insbesondere den Ölpreis und die damit verbundene Inflationsrate engmaschig zu beobachten.

Außerdem gilt es den Gesamtmarkt sowie den Transportsektor kurzfristig hinsichtlich einiger wichtiger technischer Unterstützungsmarken genau zu beobachten, um hieraus Ableitungen für den weiteren Marktverlauf der nächsten Monate ableiten zu können.


Quellen-Links

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/158150/umfrage/ausgaben-fuer-forschung-und-entwicklung-2008/#:~:text=Im%20Jahr%202021%20beliefen%20sich,des%20dortigen%20Bruttoinlandprodukts%20(BIP).

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